KI Strategie

Wie KI das Informationsverhalten von Architekten verändert

Künstliche Intelligenz verändert die Art, wie Architekt:innen recherchieren – und vor allem, was sie von einer Suchfunktion erwarten. Sie wollen konkrete Fragen stellen, schnell Antworten bekommen und ohne Umwege zum passenden Produkt oder Inhalt gelangen.

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KI-generierte Darstellung

AUTHOR Peter Biler Geschäftsführer
salient Doremus

Sprechen Sie mit uns darüber, wie KI Ihre Website-Suche zum digitalen Berater machen kann.

Die Herstellerwebsite ist schon lange nicht mehr selbstverständlich der Einstiegspunkt in die Recherche. Architekt:innen nutzen zunächst Google, Fachportale, Empfehlungen und KI-Anwendungen. Auf der Herstellerwebsite – meist in einem späteren Stadium der Customer Journey – wird die Suche dann konkreter: Jetzt werden technische Details, Dokumente und belastbare Informationen zu einem Produkt gesucht.

Genau an diesem Punkt stoßen klassische Website-Suchen an ihre Grenzen: Wo Nutzer konkrete Antworten erwarten, liefern sie zu lange Trefferlisten oder machen sich mit „Keine Treffer“ unbeliebt.

Für Hersteller entsteht daraus eine neue Herausforderung: Die Website-Suche muss auf den Punkt liefern und sich im besten Fall zum digitalen Berater entwickeln. KI-optimiert kann sie Fragen verstehen, vorhandenes Fachwissen erschließen und Nutzer gezielt zum passenden Produkt, Inhalt oder Ansprechpartner führen.

Suchen, fragen oder anrufen?

Wenn ich die Information auf der Website nicht schnell finde, gebe ich auf.
Teilnehmerin
Kurzbefragung „B2B-Websitesuche“, 07/2026

Diese Aussage einer Architektin aus unserer aktuellen Befragung klingt drastisch. Dabei beschreibt sie ein alltägliches Problem auf vielen Herstellerwebsites: Die gesuchte Information gibt es zwar – sie ist aber schwer auffindbar.

Architekt:innen, die ein Produkt, ein technisches Datenblatt oder eine bestimmte Ausführung suchen, setzen deshalb immer öfter auf Google und ChatGPT.

Eine kleine Befragung mit einem klaren Muster

Das Ziel unserer explorativen Befragung war es, Klarheit über den Einfluss von KI auf den Rechercheprozess zu gewinnen. Hier sind die Ergebnisse:

Suchhäufigkeit

Die Befragten suchen regelmäßig nach Produkten, technischen Informationen oder Dokumenten von Herstellern – von mehrmals im Monat bis täglich. Die Herstellerwebsite steht dabei häufig nicht am Anfang der Recherche.

Suchmedien

Die Informationssuche verläuft nicht linear. Sie beginnt immer öfter bei einer KI, führt über Google zur Produktseite und endet bei einem persönlichen Ansprechpartner.

KI oder Google nutzen Architekt:innen vor allem, um sich zu orientieren oder Inspiration zu finden. Suchen sie ein konkretes Produkt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie direkt auf die Herstellerwebsite gehen und dort die Website-Suche nutzen.

Was größere Untersuchungen zeigen

Unsere Ergebnisse decken sich mit drei größeren quantitativen Untersuchungen.

KI ist im Arbeitsalltag von Architekt:innen angekommen

Laut dem RIBA AI Report 2025 nutzten bereits 59 Prozent der befragten Architekturbüros künstliche Intelligenz. IDas ist ein Anstieg um 18 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Zur Jahresmitte 2026 liegt die Nutzung bereits bei 74 Prozent. RIBA kommt zu dem Schluss, dass KI die Rolle von Architekt voraussichtlich erheblich erweitern und verändern wird.

Der Bericht untersucht zwar vor allem, wie die Büros KI in Entwurf, Planung und Office-Management einsetzen. Dennoch lassen sich daraus auch Schlussfolgerungen für das Suchverhalten ableiten: Der regelmäßige Umgang mit KI verändert das Nutzungsverhalten. Architekt:innen sind es gewohnt, im Dialog mit KI zu arbeiten, Fragen zu stellen und ausführliche Antworten zu erhalten. Das prägt auch ihre Erwartungen an Herstellerwebsites.

Herstellerwebsites sind ein zentraler Schwachpunkt in der Customer Journey

Die Studie „The Architect’s Journey to Specification“ des American Institute of Architects, kurz AIA, untersuchte bereits 2018, wie Architekt:innen Bauprodukte recherchieren und mit Herstellern zusammenarbeiten.

Obwohl die Untersuchung aus der Zeit vor dem Durchbruch generativer KI stammt, liefert sie einen aufschlussreichen Vergleich:

  • 83 Prozent der befragten Hersteller hielten ihre eigene Website für nützlich und einfach zu navigieren. Architekt:innen bewerteten dagegen nur etwas mehr als die Hälfte der Herstellerwebsites entsprechend positiv.

Was bedeutet das konkret? Hersteller wissen oft nicht, wie wenig intuitiv ihre Website aus Sicht der Nutzer ist. Und was bedeutet das aus Herstellersicht? KI erzeugt Handlungsdruck, denn nicht nur andere Hersteller sind lediglich einen Klick entfernt. Vor allem KI ist omnipräsent – als Teil jeder Suchmaschine oder als eigenständige Anwendung.

KI ist im B2B ein fester Bestandteil der Customer Journey

Dass digitale Recherche und persönliche Beratung zunehmend ineinandergreifen, zeigt eine aktuelle Gartner-Befragung von 645 B2B-Käufern.

  • 70 Prozent der Befragten bevorzugten eine vollständig digitale Recherche und Abwicklung im Self-Service.
  • Gleichzeitig wollten 69 Prozent die durch KI gewonnenen Informationen von einem Vertriebsmitarbeiter überprüfen lassen.
  • 45 Prozent setzten generative KI ein, vor allem um Informationen über Anbieter und Produkte zu sammeln.

Die Schlussfolgerung: B2B-Käufer recherchieren zunächst über Google, KI und Websites. Fehlen Informationen, soll eine Entscheidung abgesichert werden oder führt die Suche ins Leere, kommt der Vertrieb ins Spiel.

KI und Vertrieb sind also keine Gegensätze. Sie übernehmen unterschiedliche Aufgaben innerhalb des Kaufprozesses. Dabei kann eine KI-Suche den Vertrieb von „lästigen“ Routinefragen befreien.

Architekt:innen vertrauen der Website-Suche nur selten

Die Architekt:innen in unserer Befragung nutzen durchaus die Suchfunktion auf Herstellerwebsites, berichten aber, dass sie über diesen Weg selten ans Ziel kommen. Eine Ausnahme: Kennen sie die konkrete Produktbezeichnung, nutzen sie die Suche. In diesem Fall funktionieren Website-Suchen meist auch gut.

Was aber, wenn sie nicht wissen, wie das gesuchte Produkt genau heißt? Oder wenn sie sich vertippt haben? Eine KI-Suche erkennt trotzdem das Anliegen und liefert die gewünschten Ergebnisse.

Eine Suche, die lediglich exakte Begriffe abgleicht, hilft dann nicht.

Wenn die Suche scheitert, ist der nächste Anbieter nur einen Klick entfernt

Die Reaktionen unserer Befragten auf eine erfolglose Suche waren deutlich:

„Dann bin ich genervt.“

„Dann versuche ich, einen Kontakt zu finden.“

„Dann rufe ich den Außendienst an.“

„Dann gebe ich auf.“

Für Hersteller bedeutet das: Eine erfolglose Suche kann dazu führen, dass ihr Produkt gar nicht erst in die engere Auswahl kommt.

KI verändert die Erwartungen an Suchfunktionen

Unsere Befragten halten eine dialogorientierte Suchfunktion für eher oder sehr hilfreich. Dabei waren unseren Teilnehmern folgende Kriterien besonders wichtig. Sie wünschen sich als Ergebnis einer Website-Suche:

  • passende Produkte statt einer langen Liste ungefährer Treffer,
  • eindeutige Produktbezeichnungen,
  • eine direkte Weiterleitung zur jeweiligen Produktseite,
  • eine ansprechende visuelle Darstellung,
  • einen schnellen Kontakt zum richtigen Ansprechpartner.

Kurzum: Eine KI-gestützte Suche muss konkrete und überprüfbare Ergebnisse liefern. Sie muss die Absicht hinter einer Frage erkennen, verschiedene Informationen zusammenführen und einen sinnvollen nächsten Schritt anbieten.

Der persönliche Kontakt rückt ans Ende der Customer Journey

Unsere Befragung zeigt auch, dass KI den persönlichen Kontakt nicht ersetzt. Architekt:innen wenden sich weiterhin an Architektenberater oder den Kundenservice eines Herstellers, wenn Fragen offenbleiben.

Die Gartner-Ergebnisse unterstützen diese Beobachtung: Obwohl viele B2B-Käufer digitale Selbstbedienung bevorzugen, möchte eine deutliche Mehrheit die Erkenntnisse einer KI von einem Menschen überprüfen lassen.

Was bedeutet das für Hersteller in der Baubranche?

Vom Wissenspool zur digitalen Beratung

KI hat die Erwartungen von Architekt:innen daran verändert, wie einfach Informationen zugänglich sein sollten. Nutzer, die es gewohnt sind, ChatGPT konkrete Fragen zu stellen und unmittelbar strukturierte Antworten zu erhalten, sind immer seltener bereit, sich auf einer Herstellerwebsite durch Menüs, Downloadbereiche und lange Trefferlisten zu arbeiten.

Das verändert die Aufgabe einer Website. Sie sollte den Nutzer aktiv bei seiner Suche unterstützen. Gerade für Bauprodukthersteller ist das relevant. Ihre Websites enthalten hochwertiges Fachwissen – die Herausforderung besteht darin, einen schnellen Zugang zu diesem Wissen zu ermöglichen.

Damit wird eine gute Suchfunktion zu einem zentralen Bestandteil einer positiven Customer Journey. Sie macht die Website zum digitalen Berater. Sie kann Nutzer durch komplexe Produktwelten führen, Fragen beantworten, passende Inhalte miteinander verknüpfen – selbst wenn sie in „Silos“ liegen – und gleichzeitig erkennen, wann es sinnvoll ist, den Vertrieb einzubinden.

Genau das leistet eine AI Optimized Website Search. Individuell auf die Inhalte, Terminologien und typischen Suchsituationen eines Unternehmens abgestimmt, macht sie aus der klassischen Website-Suche einen digitalen Berater.

Unsere Befragung ist explorativ und erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität.

Weitere Quellen

Direkter Austausch zu diesem Thema

Peter Biler

FON: 069 / 65 00 96-20
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