Wir werden oft gefragt, wieviele Landingpages brauchen wir denn in unserem Angebot, wie ist die Ratio zu publiziertem Gesamtmaterial, und – wie behalten wir da den Überblick? Anbei einige lieb gewonnenen Dogmen die man nicht wirklich braucht.
Sicherlich, die Zeiten sind vorbei als alle Anbieter glaubten ein Bestell – oder Kontaktformular reicht schon, vielleicht noch eine Überichtsseite für Google Besucher, und das war es schon.
Das reicht schon lange nicht mehr. Generell sollte jede Seite als potentielle Landingpage betrachtet werden, je mehr desto besser. Im mobilen Bereich ist das ohnehin ein MUST, denn da ist die Aufmerksamkeitspanne noch geringer, und ein mediokres ‚Landing‘ unverzeihlich.
Jede Landingpage ist ein SEO Touchpoint, ein Konversionselement, ein Leadgenerator.
Auch Seiten die vermeintlich keinen direkten Transaktionsauftrag haben dienen als Landingpage für Aktionen an anderer Stelle. Mehr Landingpages bedeuten
Naja, eher muss das Runde in das Eckige. Nach über 20 Jahren Web ist die Menscheit das Scrollen gewohnt, seit 7 Jahren ist sie sogar das swipen gewohnt. Meine Erfahrungen in Uselabs und auch Studien (wie die von KISSmetrics) zeigen, das es keine eindeutige Korrelation zwischen Position und initialer Sichtbarkeit sowie dem Call-to-Action gibt. Zudem kommt noch die aktuelle Multi-Geräte Landschaft: wo soll bei allen diesen Bildschirmauflösungen der eigentliche Falz noch sein? (Hochformat?/Querformat? Viel wichtiger als der berüchtigte Falz sind erwartungskonforme Ansprache (unabhängig von der Länge), gute Strukturierung, eindeutige Nutzwerte, persuasive Formulare. Egal ob diese einen oder mehrere Bildschirminhalte benötigen.
Im Pleistozän des E-Commerce waren Trust-Symbole ein schöner Ankerpunkt. Sie standen für Vertrauen, Sicherheit, Seriösität und so weiter. Mittlerweile sind zwei Trends zu beobachten, welche den Symbolen den eigentlichen Daseinszweck entzieht.
Zum einen die inflationäre Verwendung der Symbole die dazu führt, dass sie oftmals garnicht mehr erkannt oder beachtet werden. Sie sind zum Transaktion-Grundrauschen mutiert, und ‚garnieren‘ Produktabschlussformulare ohne eine genauere Beachtung zu finden. (Siehe: Bio-Siegel)
Zum anderen sorgt eine neue Vielfalt für Verwirrung oder Missachtung. Durch immer mehr alternative Payment Methoden sehen Produktabschlüsse bald so aus wie der Kragen von Formel 1 Fahrern: ich sehe den Wald vor lauter Trust-Symbolen nicht.
Also: Trust Symbole sind gut, aber in der Menge kein Garant.
Ich weiss nicht wie oft ich schon diese Diskussion geführt habe. Kunde: ‚Wenn wir den Formularbutton von Rot zu Grün färben, dann steigern wie unsere Leadzahlen, denn Grün signalisiert ‚go‘.‘
Leider stimmen die Verkehrsschild-Weisheiten nicht, hängt das Call to Action doch immer vom Design der Seite ab. Prozedurale Farben sind immer im Kontext des Gesamtdesigns zu verstehen, ein positives Voranschreiten muss Signalwirkung haben, ein Abbruch muss subtil als solcher erkennbar sein. Rezepte von der Stange gehen hier nicht.
Ich betrachte Landingpages stets als Mikrokosmos des Business um das es geht:
Dazu braucht es keine Rezepte aus der Dose – sondern Empathie, gesunden Menschenverstand, und konversionsoptimierten Content.