Markenverantwortliche, IT und UX-Designer arbeiten heute in vielen B2B-Unternehmen noch in getrennten Abteilungen. Die agile Entwicklung von Anwendungen bringt sie schließlich an einen Tisch.
Wie eine gemeinsame Toolbox zum Thema „UX-Design“ die Basis schafft und diesem internen Verhältnis neuen Schub gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Teil 1 der Reihe „Hand in Hand mehr Leads erzeugen“
Für den Marketer und für den UXler spielt die Psychologie eine zentrale Rolle. Beide Disziplinen tragen dazu bei, Kunden zu gewinnen und den Umsatz zu steigern. Das Marketing will Kunden für Produkte oder Dienstleistungen gewinnen. Beim UX-Design geht es darum, die interaktiven Botschaften so zu gestalten, dass sie zu einem positiven Nutzererlebnis führen. Kurzum: Beide müssen viel von Psychologie verstehen: Im Marketing, um die richtigen Trigger zu setzen und im UX, um den Joy of Use gestalten zu können.
Das psychologische Know-how allein macht aber noch keine erfolgreiche Kampagne oder Website. Erst das präzise Wissen um die Bedürfnisse und Vorlieben der Nutzer oder der potenziellen Kunden macht die „Sache“ rund. Idealerweise arbeiten beide Disziplinen mit Personas als gemeinsamer Grundlage.
2016 arbeitete in Deutschland nocht nicht einmal ein Viertel aller B2B-Unternehmen mit Personas*. Leider gibt es dazu keine aktuelleren Studien, aber die Erfahrung aus Kundengesprächen zeigt, dass die Zahl in den vergangenen sechs Jahren nicht exponentiell gestiegen ist. Der kritische Punkt: Es fehlt die gemeinsame Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Marketing und UX. Während das Marketing noch durchaus gute Kampagnen auf der Basis von Marktdaten und aggregierten Zielgruppenanalysen kreieren kann, fehlt UX-Designer:innen die Basis für die Entwicklung einer involvierenden und zum Lead führenden User Experience. Indikatoren wie Alter, Wohnort, Vorlieben für bestimmte Produkte liefern nunmal keine Hinweise über die Nutzer-Erwartungen. Ohne konkrete Vorstellung von der Nutzerschaft, deren Nutzungskontext und der Customer Journey bleibt Design einfach nur Design – austauschbar und ohne zielgerichtete User Experience.
Ein Design, das letztlich dem Unternehmen zu mehr Umsatz verhilft, also mehr Leads bringt, braucht ein solides Fundament – einem Hand in Hand von Marketing, IT und UX-Design. Diese Tools schaffen eine gemeinsame Basis:
Buyer Personas
Die Erstellung der Buyer Personas liegt in der Verantwortung des Marketings. So helfen sie dem UX-Design, die Kund:innen und ihre Bedürfnisse besser zu verstehen und das im Design zu berücksichtigen. Mehr dazu auch in unserem Beitrag zu Personas.
Nutzer-Tests
Schon mit Wireframes können erste Nutzertests gemacht werden, um echtes Feedback von den Zielgruppen zu erhalten. Wichtig: Bei den Tests sollten natürlich auch die Designer und optional Entwickler anwesend sein. Die Tests können beispielsweise mit einem User Council in allen Entwicklungsphasen durchgeführt werden: Vom Wireframe über Layouts bis zum Test von Prototypen.
Customer Journey Maps
Marketing und UX müssen die Bedürfnisse der Nutzer in jeder Phase der Entwicklung des digitalen Produkts berücksichtigen. Deshalb sollte eine Customer Journey Map, die alle Berührungspunkte aufzeigt, die Toolbox ergänzen.
Eine Customer Journey Map visualisiert in einem Flow Chart oder anderen Diagrammform die Touchpoints, die ein Nutzer mit einer Marke hat. In unserem Fall betrachten wir die Untermenge aller digitalen Touchpoints. Dieses Diagramm hilft zu verstehen, wie Nutzer digitale Angebote aufrufen und damit interagieren – in allen Channels, verschiedenen Formaten und mit allen Devices.
Marketingspezialisten sollten Geld in die Nutzerforschung und Zeit in das eigene UX-Know-how investieren. Denn ein gemeinsames Verständnis, die richtige Abstimmung zwischen Marketing und UX iat ein langfristiges Investment, das stetig Früchte abwirft.
Wir starten eine lose Folge von Artikeln zu den „Laws of UX“: Basiswissen, Regeln und Tipps für Marketing Professionals. Verpassen Sie keinen Beitrag. Abonnieren Sie unsere Insights.